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Historische Bahnlinien

Die historische Eisenbahn am Beetzsee im Havelland

Aquarelle von Martin Erdmann & Texte von Christa Kouschil

DIN A3 – 15 Seiten mit Kalenderaufhängung

20,00 

Lieferzeit: 3-5 Werktage

Wer sich heute vor Ort mit der schönen Landschaft rund um den die Gegend prägenden Beetzsee vertraut macht, hat Mühe, etwas über die Eisenbahnlinien zu erfahren, die in der 1. Hälfte des 20. Jahrhunderts die Dörfer an den Ufern des Sees mit der Stadt Brandenburg (Havel) verbanden und gleichzeitig den Anschluss an die weiterführenden Bahnlinien nach Berlin gewährleisteten. Alteingesessene erinnern sich wohl, Jüngere quittieren Fragen mit ungläubigem Staunen. Dennoch – die Strecken sind nicht ganz dem Vergessen anheim gefallen: dort wo früher das Dampfross mit einer Geschwindigkeit von 30 km/h entlang fuhr, (ab 1964 gar mit nur 10 km/h) entstehen in unserer Zeit auf verlassenen Bahndämmen Wege für Wanderer und Radfahrer, die sich jedoch auf Grund der noch ungenügenden Beschaffenheit der Trasse – nur ein Bruchteil ist asphaltiert – noch langsamer, als damals die Eisenbahnen fortbewegen mögen.

Dieser Künstler-Kalender-Almanach vermittelt etwas von der Geschichte und der Romantik verlassener Bahnhöfe und Bahnstrecken in der Mark Brandenburg, die als West- bzw. Osthavel­ländische Kreisbahnen (WHKB und OHKB) von 1901 bis 1969 keine geringe regionale wirtschaftliche Bedeutung hatten. Sie dienten der Erschließung der ländlichen Gebiete abseits von den großen Eisenbahnstrecken.

Bemerkenswert ist, dass es in der Stadt Brandenburg (Havel), bedingt durch den sich über 22 km hinziehenden trennenden Beetzsee, gleich zwei, miteinander nicht verbundene Ziel/End­bahn­höfe der Westhavelländischen Kreisbahn gab: Brandenburg/Krakauer Vorstadt (Kalenderblatt Januar), für die Strecke östlich des Beetzsees in Tuchfühlung mit der Havel, und Brandenburg/Altstadt (Kalenderblatt Juni) für die Züge, die hart am westlichen Ufer entlang des Beetzsees ihren Weg nahmen und ihn an der Lünower Streng (Kalenderblatt Oktober) überquerten. Beide Linien hatten erst ab Knotenpunkt Roskow (Kalenderblatt März) Richtung Eisenbahn­treff­punkt Röthehof (Kalenderblatt Mai) eine gemeinsame Strecke. Havel und Beetzsee waren allgegenwärtig.

Die Gesamtgleislänge der Strecke betrug 52,99 km. Die Osthavelländische Kreisbahn hatte schon 1893 eine Zweigstrecke von Nauen über Bahnhof Röthehof – allerdings nur bis nach Ketzin an der Havel (Kalenderblatt November) in Bertieb. Die Gesamtlänge dieser Strecke betrug nur 26,15 km.

Beide Bahnen waren Eigentum der jeweiligen Kreise, galten als Privatbahnen und wurden 1949 in den Besitz der Deutschen Reichsbahn überführt.
Seit dem Jahre 1969 sind die Strecken der Westhavelländischen Kreisbahn stillgelegt, die Schienen wurden zumeist abgebaut, die isenbahndämme teils als Wege übers Land benutzt, teils verkamen sie. Die Bahnlinie der Osthavelländischen Kreisbahn nach Ketzin stellte 1963 den Reiseverkehr und 1997 den Gütertransport ein.

Immer mehr aber erobern Radler das Terrain und verhelfen einigen Abschnitten der alten Schienenwege als Teil des „Storchenradweges“ und des „Beetzsee-Havel-Radweges“ rund um den Beetzsee zu einem neuen Frühling. Es ist eine Landschaft von besonderem Reiz, der Fontane in seinen Wanderungen durch die Mark Brandenburg ein literarisches Denkmal gesetzt hat.

Der Kalender-Almanach erhebt nicht den Anspruch, technische Daten zu den historischen Eisenbahnen zu vermitteln, diesbezüglich sei vielmehr auf die verdienstvollen Modellbahnausstellungen des Freundeskreises der Westhavelländischen Kreisbahn e.V. verwiesen, auf Internetinformationen und weiterführende Literatur: SK.-P. Quill, J. Ebel: Privatbahnen in der DDR seit 1949 im Reichsbahneigentum, Stuttgart Berlin Köln Mainz 1982; H.-D. Rammelt, G. Fiebig, E. Preuß: Klein- und Privatbahnen-Archiv 1, Berlin 1989.

Die Aquarelle von Bahnhöfen und Strecken malte Martin Erdmann, ein Brandenburger Künstler, im Jahre 2006. Die Texte entstanden in Zusammenarbeit mit Christa Kouschil. Das Titelblatt stellt die alte Silokanalbrücke von 1910 nahe Brandenburg dar, die im Jahre 2000 einer neuen größeren Brücke weichen musste.

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